Im Rahmen der Travemünder Woche 2026 und des Classical Beat Festivals lud der PASSATDIALOG im Hotel Maritim zu einer hochkarätig besetzten Diskussion über Frieden, Demokratie und die Zukunft Europas ein.

Unter der Leitfrage „Wie können Frieden, Demokratie und wirtschaftlicher Wohlstand in Europa langfristig gesichert werden?“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Diplomatie, Politik und Wirtschaft über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven Europas. Zu den Gästen zählten unter anderem Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau sowie der Landesvorsitzende der Europa-Union Schleswig-Holstein, Stefan Studt. Lindenau betonte die Bedeutung der sogenannten Volksdiplomatie, die dort wirksam werde, wo politische Prozesse an Grenzen stoßen. Studt warb für ein starkes Engagement für ein geeintes Europa.
Die Generalkonsulin der Republik Polen, Aleksandra Krystek-Biernacka, und die Generalkonsulin Frankreichs, Lorène Lemor, unterstrichen die zentrale Bedeutung europäischer Zusammenarbeit für ihre Länder und für Europa insgesamt. Der Honorarkonsul Finnlands und Doyen des Konsularkorps Schleswig-Holstein, Bernd Jorkisch, sprach sich für eine stärkere europäische Integration aus. Ziel wäre die Vision der Vereinigten Staaten Europas, um Stabilität, Demokratie und Wohlstand in Europa in harten Zeiten mit großen Weltmächten (China, Russland, USA, Indien) zu sichern. Für ihn gehörten langfristig auch gemeinsame Sicherheitsstrukturen, eine europäische Armee dazu.
„Nationalismus hat Europa über Generationen hinweg großes Leid gebracht. Umso wertvoller ist die Verbindung von Musik mit europäischem Dialog, welche das Classical Beat Festival ermöglicht“, hält Spyridon Aslanidis fest, Vorsitzender des Vereins LübeckPartner. „Die Diskussion hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig internationale Partnerschaften und Kooperationen sind, etwa im „Weimarer Dreieck“ zwischen Deutschland, Frankreich und Polen. Europa braucht starke Verbindungen zwischen Menschen, Städten und Regionen.“
Es gibt schon einige relevante Städtepartnerschaften in der Region – Lübeck hat eine mit La Rochelle, Lütjenburg mit Bain-de-Bretagne und Bosau mit Saujon. „Wir brauchen mehr Europa vor Ort, mehr Verbindungen. Eine Art Europa-Patriotismus würde endgültig die Gräber der Vergangenheit überwinden“, so Aslanidis. „Solche Verbindungen machen Europa erlebbar. Perspektivisch können wir uns auch eine Partnerschaft mit Danzig sehr gut vorstellen.“

